Prüfungsfragen AKT II

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happycamper
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Re: Prüfungsfragen AKT II

Beitragvon happycamper » 22.07.2015, 08:04

Ich habe zusammen mit einem Zweiten einen Prüfungstermin per mail ausgemacht und das hat ohne Probleme für uns geklappt.

Uns ist es so vorgekommen als ob Prof. Leeb bei den einzelnen Prüfungen einen ganz anderen Stil annehmen kann.
Z.B. hat er meinen Kollegen eher überblicksmäßig über einzelne Stoffgebiete gefragt, bei mir sehr detailgetreu Formeln und Herleitungen (eher mündlich skizzieren).

Meine Fragen waren:

1.) Starke Wechselwirkung: Kompletten Lagrange, G_{\mu \nu} und G_{\mu} hinschreiben
SU(3) erklären & Generatoren (besonders wichtig war ihm auch dass es eine nicht-abelsche Gruppe ist) (mit Eigenschaften)
Bewegungsgleichung der Quarks hinschreiben (Dirac) und wie man darauf kommt => aus dem Lagrange

2.) Lamb-Shift:
Motivation: wieso benötigt man Korrekturen durch ein A-Feld, obwohl kein äußeres Feld gegeben ist & woher kommt die Energie für solche Quantenfluktuationen (Unschärfe-Relation, \langle \Delta x^2 \rangle des harm. Osz.)
Hamilton hinschreiben und beschreiben wie dieser entsteht (kanonischer Impuls -> p' = p - q*A)
Quantisierung des Feldes näher beschreiben, Kommutator-Relationen aufschreiben, Maxwell-Gleichungen (4er-Schreibweise)
Störungsrechnung: Energie-Korrektur 1.Ordnung hinschreiben und wieso diese 0 wird
Energie-Korrektur 2.Ordnung hinschreiben und etwas genauer ausführen wann dort Terme ungleich 0 sind.


Ich war auf so etwas überhaupt nicht vorbereitet, da ich eher überblicksmäßig gelernt habe und dadurch mit genauen Formeln meine Probleme hatte. Dadurch war die Prüfung eine Qual für uns beide.
Die Prüfung fühlte sich eher entgegen Prof. Leebs Aussage am Ende des Semesters, wo er andeutete dass man bei komplizierten Formeln nur die Abhängigkeiten von Parametern kennen müsste, da er viele Details fragte.

jimi
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Re: Prüfungsfragen AKT II

Beitragvon jimi » 14.11.2015, 09:20

Hallo,

ich hatte gestern gemeinsam mit 3 anderen Leuten Prüfung.
Die Prüfungsdauer war irgendwo zwischen 45min (wenn man's gut kann) und 1h30 (wenn er viel nachfragen muss).

Es war nur der Leeb anwesend und ich kann bestätigen, dass er wie der Abele fragt, wann ihr das Fach gemacht habt und die Fragen entsprechend anpasst.

Meine Prüfungsfragen waren:

Lagrangedichte der QCD hinschreiben (Terme erklären, Warum Summen, Quarks aufzählen, Feldstärke Tensor erklären, Lie Algebra, Generatoren Fa Fb liefern einen Beitrag mit Fc -> Konsequenzen, Gluon Selbstkopplung)
Running coupling constant (Vergleich QED, QCD, Vakuumpolarisation erklären, Feynman Diagramme -> asymptotische Freiheit)
Universalität (universelle Fermi-WW, Jh und Jl erklären, dann Cabbibo Mischungen, welche Quarkflavors sind gekoppelt, CKM Matrix für 3D erklären Eigenschaften (det(CKM)=1, unitär)
Salam-Weinberg Theorie (Verbindung von elmag. mit schwacher WW, Grundidee, U(1)xSU(2) Invarianz, Transformationsverhalten für Dublett L hinschreiben, kovariante Ableitung)
Helizität und Chiralität kurz erklären (gleich für masselose Teilchen)
Goldhaber Experiment (recht genau, Grundidee, magnetische Spinquantenzahlen angeben, Skizze; wichtig, dass nur Photonen die in Richtung des Sm emittiert werden Resonanzfluoreszenz zeigen, durch Magnetisierung bestimmbar ob recht- oder linkshändige Neutrinos emittiert werden)

Alles in allem war es eine recht angenehme Prüfung, Leeb war nett und hat auch gute Noten verteilt (ich glaube 3 Einser und eine 4)

Viel Erfolg für eure Prüfungen!

Clemens
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Re: Prüfungsfragen AKT II

Beitragvon Clemens » 04.03.2016, 16:12

Hi,

hatte heute bei Leeb Pruefung. Dauer war ca 1h.

Fragen waren:
- Spontante Symmetriebrechung (lokal/global), Higgs-Mechanismus, etc.
- Photon-Austausch Feynman-Diagramm aufzeichnen. Ausgehend davon Propagator definieren und aus dem Diagramm den Rutherfordschen Wirkungsquerschnitt rauslesen. Dann fuer Elektron-Proton-Streuung die ganzen Wirkungsquerschnitte aufschreiben und erklaeren.
- Am Schluss noch kurz Chiralitaet definieren und Kopplungsterme zwischen links- und rechtshaendigen Spinoren in Dirac-Gleichung und Lagrangedichte aufschreiben.

Ich konnte zwar alles einigermassen, aber Leeb fragt sehr ins Detail und Verstaendnis ist sehr wichtig. Er hilft einem aber mit gezieltem Fragen, die leider ein bisschen verwirrend sein koennen. Benoten tut er nett.

Viel Erfolg euch!

VanDaSeit
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Re: Prüfungsfragen AKT II

Beitragvon VanDaSeit » 29.04.2016, 09:49

Habe gerade die Prüfung gemacht, es war nur Prof. Abele anwesend.

Grundsätzlich war die Prüfung ziemlich entspannt, er ist ziemlich nett und gibt auch genug Zeit zum antworten.
Angefangen hat er mit Symmetrien: Welche gibts (kontinuierliche + diskrete) + Noether Theorem. Danach die diskreten eher genauer gefragt. Also P-Verletzung (kann man mit Wu Experiment erklären), dann CP-Verletzung (Kaonen Zerfall) und CPT Erhaltung. Er hat auch kurz was über die T-Berchung wissen wollen, aber nicht detailiert.
Danach gings zur Größe eines Nukleons - wie kommt man darauf? Formfaktoren, Fourier-Transformation und anschließende Entwicklung um auf mittleren quadratischen Radius zu kommen.
Weiter gings mit Eichfeldtheorien grundsätzlich, also wo kommt die Wechselwirkung her? Einfach kovariante Ableitung definieren und erklären was das soll bzw. die Konsequenzen davon.
Am Schluss der Klassiker: Symmetriebrechung global und lokal, also Higgs-Mechanismus. Den sollte man schon gecheckt haben, er fragt da sehr genau nach was das alles heißt, woher die Lagrange-Dichte kommt und so weiter. Außerdem wichtig: Warum wird das Potential eingeführt und wie kommt da die Masse ins Spiel?

Wie gesagt, ganz lässiger Prüfungsstil, man sollte die Mechanismen aber schon kapiert haben. Genauer Vorfaktoren bzw. Zahlenwerte fragt er nicht, aber wie man zum Ergebnis kommt sollte man wissen.

Lg.

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Pfirsich
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Re: Prüfungsfragen AKT II

Beitragvon Pfirsich » 28.07.2016, 15:10

Meine Fragen heute bei Prof. Leeb:

1) Coulomb-Potential aus Eichinvarianz herleiten
Eichfeld einführen, Strahlungseichung (warum genau diese Eichung?), Maxwellgleichung aus Yang-Mills-Lagrangian, für nullte Komponente lösen mit Greenfunktion. Bonusfrage: wie beschreibt man WW mit Elektronen?

2) Erhaltungsgrößen der freien Dirac-Gleichung
Impuls, Spin, Gesamtdrehimpuls, Helizität. Weiterleitung zur Chiralität, bisschen zu chiralen Transformationen der QCD

3) Goldhaber-Experiment
überraschend genau, also erwähnen, dass das Eu ein isomerer Zustand in 0^+ ist, also nicht em zerfallen kann, muss schwach zerfallen, Sm* ist im 1- Zustand, Massenzahl 152 ändert sich natürlich bei Reaktion nicht. Sonst eigentlich analog zum Wikipedia-Eintrag.

Insgesamt angenehme Atmosphäre, freundliche Benotung!

animus
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Re: Prüfungsfragen AKT II

Beitragvon animus » 14.10.2016, 18:33

Ich hatte heute bei Prof. Abele Prüfung,
sie hat etwa 40 Minuten gedauert und werd mal rekonstruieren versuchen was er mich gefragt hat:

Teilchen des Standardmodell aufschreiben und allgemein bisschen erklären
Wie stark sind die Wechselwirkungen: 1, 1/137, 10e-7
Welche Symmetrien liegen den Wechselwirkungen zugrunde: U(1)xSU(2), SU(3)

das war die Überleitung zur starken WW:
Vektor im Farbraum aufschreiben und erklären, dass die Komponenten 4er Dirac Spinoren sind
Dirac Gleichung aufschreiben und eine Lösung der Gleichung für ein ruhendes Teilchen: \vec{\Psi}= \left( \begin{array}{c}1\\0\\0\\0\end{array}\right) e^{-i \omega t}
Transformation der starken WW aufschreiben und erklären was das F_a ist und welche Eigenschaften es hat: [F_a, F_b] = i f_{abc} F_c
kovariante Ableitung der starken WW
G_\mu und G_{\mu\nu} aufschreiben mit den dazugehörigen Eichtransformationen
running coupling constant Diagramme aufzeichnen und erklären
wie die WW zwischen einem Teilchen mit Ladung q und einem mit q' ausschaut: Lagrangedichte aufschreiben und Greensche Funktion

dann hat er das Thema gewechselt zu Detektoren und ich hab allgemein ein paar Detektoren aufzählen müssen und erklären müssen wir diese funktionieren
man sollte auch ungefähr wissen wie große Teilchendetektoren aufgebaut sind, also welche Detektoren innen und außen sind
Time Projection Chamber hat er etwas genauer haben wollen
Cerenkov Strahlung, wie diese allgemein funktioniert, eine Skizze machen und daraus cos(\theta) berechnen

nieka14
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Re: Prüfungsfragen AKT II

Beitragvon nieka14 » 08.11.2016, 13:19

Ich hab etwas in der Facebook Gruppe gefunden und kopier es mal hier rein:

so: ich kotz schnell alles aus, was ich mich zu meiner prfg erinnere (akt II, nur prof. leeb anwesend)
lamb-shift: unterschied harmonischer oszillator in der QM und kl. mechanik. er wollt auch wissen, wie gross der phasenraum ist und war ein bissl sauer, weil ich mich nicht an letztes jahr numerik erinnert habe, wo er ausführlich über den phasenraum referiert hat. er wollte wissen, was beim lambshift "zittert", es geht darauf hinaus, dass man endliche grundzustandsenergie beim harm. oszi in der qm hat. er wollte auch wissen, wie eine WF ausschaut im potential vom harm. oszi. dann ist er ausser konkurrenz abgedriftet: er wollte wissen, wann man den diamagnetischen term im lambshift nicht vernachlässigen kann. er meinte zuerst bei "grossen kernen". dann hab ich laut überlegt und uran erwähnt worauf hin er meine "noch viiiiel größer". er wollte auf einen neutronenstern raus und erzählte und hat so halb gefragt, wie ein wasserstoff atom in dem feld in etwa aussieht (fadenförmig). er wollte genau wissen, wie man beim lambshift die massenrenormierung macht, mit welcher ordnung die integrale divergieren und dass man es auf logarithmische divergenz hinbiegen kann, wenn man eben die masse rauszieht. auf die quintessenz wollte er dann hinaus: man kann nie eine tatsächliche e-masse messen, weil sie immer "dressed" ist.
dann kam eine frage, wo es mir alle ladn rausgehaut hat, weil ich es mir gar nicht erwartet hab: man soll zeigen, dass der drehimpuls im dirac Hamilton keine erhaltungsgröße ist. es war dann aber ganz leicht: einfach kommutator H mit r x p hinschreiben. ich hab es in standard schreibweise hingeschrieben, er meinte, es wär einfacher in index. whatever, musste es nicht fertig rechnen.
er hat dann gefragt, was erhaltungsgrößen beim dirac hamilton sind und ist dann auf die helizität eingegangen. er wollte, dass ich die eigenfunktionen hinschreibe der helizität. das geht mit der aufteilung in psi_a und psi_b und der ganz trivialen matrizenrechnung, wo dann psi_a und psi_b gekoppelt über energie und masse dastehen.
am schluss hat er noch chiralität gefragt und wollt, dass ich von den eigenzuständen der helizität direkt auf die chiralitätseigenzustände bei m=0 übergehe. das ist im skript net so gut drin, aber es war zum glück klar, was er genau wollte. dann haben wir noch über helizität und chiralität geredet.
er ist ein sehr netter prüfer und man sollte die formalismen gut können. es ist glaub ich nicht sooo schlimm, wenn man die schritte selber net 100%ig kann, aber man muss sagen können, wie es prinzipiell geht. beim lamb-shift bin ich zeitweise geschwommen, hab mich aber so gerettet, dass ich gesagt habe, wie man es formal machen würde, ohne dass ich jetzt genau gewusst hab, wie mans hinschreibt. man darf sich nicht beirren lassen, wenn er ab und zu negative kommentare einwirft, weil man grundlagen aus anderen VOs nicht kann. ich hab eben beim harm. oszi aus quanten und phasenraumvolumen aus statphys bzw numerische methoden wenig plan gehabt. er hat grundsätzlich vollkommen recht, dass man das können sollte. aber ich hatte das gefühl, dass er das nicht negativ zur note wertet, nachdem es ja nicht stoff ist.

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Re: Prüfungsfragen AKT II

Beitragvon langust » 11.11.2016, 11:46

Grad eben Prüfung beim Leeb gehabt, mal schaun an was ich mich noch erinnere

1) Streutheorie: Mit dem netten Einstieg "Woraus besteht ein Polyethylenwürfel?"(Kohlenstoff und Wasserstof hauptsächlich), ging dann schnell weiter zu Coulombstreuung an diesem Würfel, mit Ansatz für Streulösung aus einfallender ebener Welle und Kugelwelle, wo man dann über Greenfunktion und Lippmannschwinger einen Ausdruck für die Streuamplitude zu Bornscher Reihe und 1. Bornscher Näherung. Weiter zu elektron-protonstreuung, da bin ich ein bisschen gehangen, als er dann zeigen wollte wie man auf Rutherford*Formfaktor kommt (Faltungsintegral von Ladungsverteilung und Coulombpotential, Fouriertransformation einer Faltung ist das Produkt der beiden Fouriertransformationen)

2) Dirac-Gleichung: Erhaltungsgrößen aufsagen, Helizitätseigenzustände der Gleichung zeigen

3) Goldstone-Bosonen, wann treten sie auf (globale Symmetriebrechung), was passiert bei lokaler Symmetriebrechung (Higgsmechanismus), Beispiel für Goldstoneboson (Pion ist das Goldstoneboson der chiralen Symmetriebrechung)

4)"Sagen sie was über Neutrinos", Leptonen, WW nur schwach, nur linkshändig, da dann Überleitung zu V-A-Theorie (also nur der Leptonenstromterm der Neutrinos wirklich wichtig), Brechung der Symmetrie unter Paritätstransformationen (Beispiel Kaonzerfall gebracht), kurz das Goldhaber erwähnt

War allgemein eine sehr freundliche Atmosphäre, auch wenn oft Fragen kamen wo ich nicht genau wusste worauf er hinauswill, aber da einfach keine Panik haben, irgendwann findet man schon die eine Antwort die er will ;)

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Re: Prüfungsfragen AKT II

Beitragvon ratzi » 16.12.2016, 14:42

Hi, hatte gerade bei Prof. Abele Prüfung:

Die Prüfungsatmosphäre war sehr angenehm. Er hat mit ein bisschen Smalltalk begonnen und mich gefragt ob ich schon Dipomarbeit mache, etc. Wir sind dann irgendwie auf sein q-Bounce Experiment gekommen, was mich auch sehr intessiert. Darüber haben wir dann einfach mal 10min gelabert und er hat dann irgendwie eine Überleitung zum Higgsteilchen geschlagen.
Auf das hinauf hab ich ihm die Standardmodell-Teilchen aufzählen sollen. Da hab ich mit den Austauschteilchen begonnen und zu jedem einmal ein Paar Infos gegeben, bis wir zu W⁺/W⁻ kamen. Da dann über Universalität und generell geladene Ströme und Cabbibo und CKM, ein bisschen U(1)xSU(2) und Weinbergwinkel(da bin ich ein bisschen abgeschweift, weil mich das interessiert. Er hat da einfach zugehört und dann nach ca 5min wieder zurück zum seiner Frage gelenkt), dann die Eigenschaften der CKM-Matrix(unitär, unabhängige Parameter und CP-Verletzung durch imag. Phase). Da hat er dann wieder ein bisschen abgeschwänkt und über ein Experiment erzählt, dass er mal gemacht hat in Verbindung mit den CKM-Elementen. Danach noch leptonische, semileptonische und hadronische Prozesse der schwachen WW mit Feynman-Diagrammen. Abschließend zur schwachen WW wollte er noch kurz die CP-Verletzung des Kaonen-Systems erklärt haben.

Danach hat er gemeint: So jetzt gehen wir noch mal kurz in die Theorie, wo ich dann ganz allgemein über Beschreibung von Fermionen reden musste = Dirac-Gleichung + (Spinor-) Eigenschaften, Lösungen für p=0 und über was die A und B Komponente des Spinors(in Dirac-Darstellung) gekoppelt sind.


Alles in allem: eine sehr chillige Atmosphäre, ein oder zwei mal hab ich zwar seine Frage nicht ganz verstanden(sehr offen), aber hab dann einfach so lange weiter geredet bis er zufrieden war. Ich hab auch öfters voll ausgeholt, oder bin abgedriftet(so vom hundersten ins tausendste, siehe oben), wenn mich was persönlich interessiert hat, auch teilweise, weil ich seine Fragen als sehr offen empfunden habe.

Er will einfach, dass man die Konzepte verstanden hat und freut sich darüber wenn man sich für das Thema begeistert :)

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Re: Prüfungsfragen AKT II

Beitragvon nieka14 » 25.12.2016, 17:11

Hatte vor kurzem beim Herrn Professor Leeb Prüfung. Kann mich grundsätzlich den bisher gesagten anschließen.

- Die Atmosphäre ist gut, obwohl die Prüfung lang ist und Herr Leeb SEHR genau nachfragt.
- Teilweise weiß man nicht genau auf was er hinaus will, einfach mal weiterreden, er fragt dann genauer nach und ihm ist sehr wohl bewusst, dass ihn die Studenten teilweise nicht verstehen und/oder er sie verwirrt.
- Wenn man etwas nicht weiß, schreibt er einen teilweise die Terme hin und erklärt es nochmal. Das ist halb so schlimm
- Die Benotung ist SEHR fair und nett.

Nun zu meinen Fragen:

- Zum Einstieg hat er mich gefragt wie ich Atomgrößen und sonstige relevanten Faktoren bestimmen kann. Ich hab ihm dann etwas über Rutherford und Formfaktor erzählt, er hat aber ab den zweiten Satz schon so tiefgehend nachgefragt, dass wir am Ende die ganze Streuung durchbesprochen haben. Er wollte wissen, was man grundsätzlich für einen Streuversuch braucht, wie das Experiment aufgebaut sein soll (Elektronenquelle, welche gibt es, Vakuum, Target ...), warum wir Elektronen verwenden (punktförmig), woran man streut etc.
Danach hab ich ihm die Elastische Elektron-Kernstreuung hergeleitet, er hat nachgefragt wie man das Integral de Potentials mathematisch beschreibt (Faltung), er wollte dann die Lippmann Schwinger Gleichung sehen und wie man auf die erste Born'sche Näherung kommt. Im Zuge dessen hat er SEHR genau bei der Green Funktion nachgebohrt (Wie die Lösung für Ort und Zeitraum aussieht) und ist dann auf Propagator Theorie gekommen und die retardierte/avancierte Green Funktion. Er wollte wissen wie die Green Funktion mit dem Zeitentwicklungsoperator zusammenhängt, wie man die Streuzustände beschreiben kann für r -> -unendlich und r-> unendlich. Da bin ich leider zeitweise sehr geschwommen, da er das sehr genau erklärt haben wollte, und ich dachte kurz er schickt mich heim, aber er war sehr geduldig und hat mir auch einiges hingeschrieben.

Nachdem er damit zufrieden war durfte ich mit der Lippmann Schwinger Gleichung weitermachen, musste ihm erklären warum man die Näherung k|r - | = kr - k´r´ treffen kann (r viel größer als r', warum das so ist, dann kann man ess anschreiben als k*(r^2+r'1^2)^1/2, wie man das nähert, wie die taylorreihe von (1-x)^1/2 aussieht etc.). Nachdem ich ihn die Born'sche Näherung aufgeschrieben hab und die elastische Elektron-Kernstreuung, wollte er nun wissen wie dies bei Protonen aussieht und worauf man aufpassen muss.

Hab ihm als erstes vom Impulsrückstoß erzählt, da hat er gesagt es stimmt auf jeden Fall aber in der Regel kann man das vernachlässigen, weil wir schwere Kerne haben, beispielsweise Blei. Dann wollte er wissen wie schwer Blei ist. Da ich da keine Ahnung hatte, ist er etwas böse geworden. (Faustregel: Ein Nukleon hat in der Regel GeV). Nachdem ich das nicht wusste hat er gleich nachgefragt wie schwer ein Elektron ist, mit welchen Energien man auf den Kern schießt etc. Diese Zahlen waren ihm auch sehr wichtig.

Danach habe ich weitermachen dürfen mit Rosenbluth Formel und den Sachs Formfaktoren. Ich hab ihm dann erzählt welche Größenordnung die bei Q^2 = 0 haben, und dann meinte er 'warum spricht man beim Neutron vom annormalen Magnetischen Moment. was würden Sie sich eigentlich erwarten?
Er hat dann irgendwie weiter ausgeholt und gefragt warum der gyromagnetische Faktor eines Elektrons 2 ist, ob ich ihm das erklären kann, obwohl er es nicht in der VO gemacht hat.
Dann wollt er noch sehen was für a Form die Sachs Faktoren haben (Dipol) und wie man das in einem Diagramm skizzieren kann (Für das Proton z.B: auf den Achsen G^P_E und Q^2)

Danach war der Streuungsteil endlich vorbei, nach ca. 1- 1.5 h.

- Zweite Frage: Higgs-Mechanismus. Warum braucht man ihn eigentlich?
Hab ihm dann von den massebehafteten Eichbosonen erzählt. Er wollt wissen wie man gewusst hat, dass es diese gibt, bevor man sie experimentell gefunden hat. Das kommt von der Strom Strom WW her. Da hat er wieder nachgebohrt und gefragt warum wir da unseren Propagator als Delta Funktion ansetzen können (kurze Reichweite als Antwort hat ihm nicht gereicht) und er ist wieder abgedriftet wie Propagatoren für das EM Feld (1/Q^2) aussehen und für Massebehaftete Bosonenfelder (1/(Q^2 + m^2)) und er wollte hören, dass die Fouriertransformierte der Delta Funktion eine Konstante ist und dadurch können wir sie herausziehen. Außerdem wollte er wissen wie schwer W und Z Boson sind.
Dann wieder zurück zur Spontanen Symmetriebrechung, das war ganz analog wie im Skript. Als ich ihm den freien Lagrangian hingeschrieben hab, hat er gemeint ich muss ihm beweisen, dass der Term vor A_{\mu}A^{\mu} ein Masseterm ist.
Die Lösung war dann die Klein Gordon Gleichung und das man laut Euler Lagrange Gleichung die Lagrange Dichte nach A_{\nu} ableiten muss und dann kommt das raus. Musste es nicht rechnen, nur erklären.

Danach hat er mir noch eine kurze Frage gestellt, da er mir die bessere Note geben wollte. Diese Frage war Isospin Symmetrie. Da ich auch hier einen kleinen Fehler hatte, hat er mir NOCH eine Frage gestellt, nämlich 'Was ist Chiralität?'.

Danach war er zufrieden und mich sogar mit einem Sehr Gut entlassen, obwohl ich bei der Streuung teilweise sehr unsicher war.

Grundsätzlich gilt: Sehr spannendes Thema, es ist sicherlich genug zum lernen aber das weiß Herr Professor Leeb auch und man braucht sich wirklich nicht vor ihm fürchten. War eine angenehme Prüfung :)
Man sollte dennoch vieles verstanden haben und die Zahlenwerte sind ihm wichtig. Viel Spaß beim Lernen !

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Re: Prüfungsfragen AKT II

Beitragvon derp » 03.02.2017, 13:15

Hatte gerade beim Abele Prüfung. Nur er war anwesend, weit und breit kein Leeb zu sehen. Er ist total nett, hilft einem wirklich weiter wenn er merkt dass nur ein bisschen fehlt. Und auch wenn man sich gar nicht auskennt führt er einen zur Lösung. Er stellt schon Zwischenfragen, aber die passen immer gut zum Thema. Durch seine Prüfung zieht sich ein roter Faden, also kommt er von einem Thema zu einem anderen, das gut dazu passt.

Zu den Fragen:

- Welche Elementarteilchen gibt es und was tun sie? Wenn man das Standardmodell in Tabellenform aufzeichnet (mit den Generationen) ist er sehr zufrieden.
- Feynman-Diagramme zeichnen. Mehrere nach eigener Wahl, ich entschied mich für Beta-Zerfall und Myonenzerfall. Er wollte dann noch ein Feynman-Diagramm haben indem ein Z-Boson vorkommt, dann hab ich ihm die Neutrino-Neutrinostreuung gezeichnet. Hat gepasst. Dann wollte er noch ein Feynman-Diagramm sehen, das Gluonen zeigt. Da hab ich ihm die Bindung der Valenzquarks im Neutron hin gezeichnet. Dann wollte er wissen wie die Farbladungen im Feynman-Diagramm durch die Gluonen herumgeschoben werden -> Überleitung zu Gluonen SU(3), die er als Nächstes gefragt hat.
- SU(3)-Eichtransformation machen und erklären (genaue Herleitung nicht wichtig, nur die Ausgangsterme und das Ergebnis)
- Globale Eichtransformation machen und erklären (genaue Herleitung nicht wichtig, nur die Ausgangsterme und das Ergebnis)
- Beschleuniger: LINAC, Synchrotron (beides genau erklären, inklusive Fokussierung!). Luminosität, wie berechnet man sie und wie kommt man auf die Zählrate.
- nEDM - Elektrisches Dipolmoment Neutron: Was ist es und wie kann man es messen? Zeeman-Terme und die Ramsey-Methode erklären.
- Zusatz (nicht notenrelevant): CPT-Symmetrie, was bewirkt sie und was erhält sie? Und C,P,T jeweils einzeln erklären und mit dem elektrischen und magnetischen Dipolmoment verknüpfen. Auf die Frage hat er mir aber dennoch Pluspunkte gegeben, hat also meine Note verbessert.

Fabsi
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Re: Prüfungsfragen AKT II

Beitragvon Fabsi » 03.02.2017, 23:12

Ich kann mich dem darüber stehenden Kommentar nur anschließen, eine anspruchsvolle, aber sehr angenehme Prüfung.

Die Prüfungszeiten ist (sicher im Sinne des Kandidaten) stark variierend, darauf muss man eingestellt sein. Statt um 10h war Beginn um 11:45. Es ist aber nicht immer ewig, ich war in 30min durch.

Die Fragen waren fast ident wie oben. Unterschiede:
In den Feynmann Diagrammen war die Kopplungsstärke zwischen verschiedenen Quarkfamilien über den Cabbibo Winkel knifflig.
Im Beschleuniger Teil hatte ich noch Detektoren (Skript, Auflösungsvermögen von Siliziumstreifendetektoren, warum Cerenkov Detektoren).
Statt dem nEDM die Bethe-Bloch Formel. (Allgemein, und gelernt habe ich: aufgetragen wird - 1/rho dE/dx und die beta gamma Achse erfährt ihre Interpretation durch umschreiben in den Impuls p.)

1028670
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Re: Prüfungsfragen AKT II

Beitragvon 1028670 » 20.11.2017, 15:41

Servus,

ich habe letzte Woche bei Prof. Leeb die Prüfung gemacht. Er hat mich auch gefragt wann ich die Vorlesung besucht habe. Der Grund wieso das gemacht wird hat NICHTS damit zu tun was vom Stoff gefragt wird und was nicht, es hat rein organisatorische und statistische Gründe (ich habe nachgefragt wieso er das wissen will). D.h. Prüfungsstoff (zumindest bei Prof. Leeb) ist immer ganzes Skriptum.

Zu meiner Prüfung gibt es nicht viel zu sagen:

Sie dauerte 1 1/4 Stunden und er hat mich 1 Stunde davon mit QCD "gequält". Es wurden alle Formeln vom Skript gefragt + jeweiligen Bewegungsgleichungen (Hauptpunkt war Bewegungsgleichungen des freien Gluonfeldes und wie man die Gluon-Gluon Kopplung daraus erkennt: In der Bewegungsgleichung seht ein Term welcher 2 unterschiedliche Felder beinhaltet). Vergleich QCD mit schwacher WW und EM WW, allgemeiner Formalismus, kurz Gruppentheorie was ist SU(3) warum 8 Generatoren was machen die, ... wie gesagt es wurde wirklich alles sehr genau gefragt man sollte definitiv verstanden haben worum es geht. Die Fragestellung ist leider wirklich teilweise sehr verwirrend und man sollte manche Antworten doppelt sagen, da er bei mir auch 2 mal nicht mitbekommen hat, dass ich die richtige Antwort schon gesagt habe. Es mussten auch alle Rechnungen vorgerechnet werden womit ich ehrlich gesagt nicht gerechnet habe.

1/4 Stunde war tiefinelastische Streuung wobei das aufgrund der Zeitknappheit relativ Oberflächlich gefragt wurde. Formel hinschreiben Terme erklären fertig

Alles in allem eine schwere Prüfung wo man wirklich alles beherrschend sollte. Die Benotung ist fair, Prof. Leeb ist sehr nett und hilft einen falls man nicht sofort die Lösung kennt. (Den Anhang sollte man sich auch ein zwei mal durchlesen und verstanden haben) In meinem Fall war ich etwas enttäuscht, dass ich fast nur QCD gefragt wurde und das sehr sehr sehr genau. Etwas oberflächlicher und dafür ein breiteres Spektrum wäre mir lieber gewesen, ist aber leider kein Wunschkonzert :D . Hoffe das hilft jemanden und ich wünsche allen noch viel Glück für die Prüfung


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