Externe Projektarbeiten

FelixW
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Externe Projektarbeiten

Beitragvon FelixW » 19.01.2018, 08:37

Hallo! Wer hat denn schon Projektarbeiten extern, also nicht an der Fakultät für Physik, sondern bei anderen Instituten/Unternehmen/Forschungseinrichtungen... absolviert und wie seid ihr dabei vorgegangen? Man braucht ja immer auch einen Professor von der Fakultät für Physik der einen offiziell betreut und die Note einträgt, nicht? Also lieber zuerst einen Prof kontaktieren und den dann gleich um ein Empfehlungsschreiben für die gewünschte Stelle bitten oder bei der Institution bewerben und dann einen Prof suchen der einen auch betreuen würde? Und sind dabei noch auf andere Sachen zu achten bzw welche Erfahrungen habt ihr dabei gemacht? Lg

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happycamper
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Re: Externe Projektarbeiten

Beitragvon happycamper » 19.01.2018, 20:12

Hi FelixW,

Je nach dem wo man konkret die Arbeit macht läuft das unterschiedlich ab:
Wenn du "nur" bei einem anderen TU-Institut eine Arbeit machen willst, dann brauchst du 2 Betreuer: einen in einem Physik-Institut und dann einen im Ziel-Institut. Das Thema muss natürlich Physik-nah sein, sonst wird dir niemand die Arbeit betreuen wollen bzw. könnte es sein dass die Arbeit dann nicht verwendet werden kann für Physik BSc/MSc.
Wenn du extern eine Arbeit am HEPHY/Stefan-Meyer-Institu/Austrian Institute of Technology (AIT) machen willst sollte das ohne Probleme gehen. Das HEPHY hat sogar ein paar Professuren an der TU, da brauchst du keinen zusätzlichen Betreuer, beim Stefan-Meyer-Institut is es glaub ich ähnlich. AIT hab ich keine Erfahrungen.
Extern in einer Firma brauchst du auf jeden Fall universitätsseitig einen Betreuer von der Physik. Siehe folgenden Absatz wenn du Details willst.
Retrospektiv würde ich sagen es ist auf jeden Fall geschickter wenn du dich zuerst um einen Betreuer auf der TU kümmerst und ihn fragst ob/welche Erfahrungen er/sie mit deiner "Ziel-Firma" hat. Den Antrag zur Diplomarbeit macht dann sowieso der Betreuer, da braucht man nur amal den vorläufigen Titel zu nennen. Man sollte dann vllt auch schon vor Start das Thema NDA (Non-disclosure-agreement) und Sperre der Arbeit mit der Firma besprechen (siehe meine Erfahrung), damit es keine bösen Überraschungen gibt.

Meine persönliche Erfahrung: Ich hab meine Diplomarbeit bei Infineon in der Lithographie gemacht. Ich hab mich damals ganz spontan beworben als ich eine ausgeschriebene Stelle auf der Firmenhomepage gesehn hab, die mich interessiert hat. Es war dann ein Telefongespräch mit 2 Kollegen ausgemacht und bis dorthin hab ich mir Gedanken gemacht welcher Prof. dafür eigentlich in Frage käme. Aber da fiel mir kein passender Prof ein der Optik oder etwas ähnliches wie Lithographie macht, also hab ich auf das Gespräch gewartet ob die Kollegen Vorschläge haben.
Die Kollegen hatten jedoch auch keine Erfahrung mit der Suche nach einem Prof, also bin ich zum Prof. Leeb in die Sprechstunde gegangen. Ich hab dann schon befürchtet dass wir das über ein anderes Institut der TU machen müssen, womit ich 2 Betreuer TU-seitig und 1 Betreuer Firmen-seitig gehabt hätte. Doch zum Glück ist dem Prof. Leeb noch eingefallen dass ich den Prof. Eisenmenger-Sittner fragen könnte. Es war vom Thema her kein 100%-iger Fit, aber vom Leeb war das in Ordnung. Dann war ich gleich darauf mir einen kurzen Termin mitm Christoph (Prof. Eisenmenger-Sittner) ausmachen und er fand das Thema in Ordnung hat aber einige Bedingungen gestellt, die für mich zur Absicherung dienen sollten. Das war ein Einarbeitungs- und Arbeitsplan von der Durchführung der Dipl-Arbeit, sowie die Zusage dass ich genügend Ressourcen für meine Experimente bekomme (gemeint ist damit hauptsächlich Zeit auf den Maschinen für Experimente und Analyse).
Was in meinem Fall noch dazugekommen ist, ist die Geheimhaltung von Betriebsgeheimnissen (NDA). Ich hab meines vor Beginn der Arbeit bekommen, da is nicht viel dran. Die Firma wollte jedoch dann plötzlich (2 Monate nach Start meiner Arbeit) noch ein NDA vom Christoph, also TU-seitig haben. Die Sache haben wir dann anders geklärt (Arbeit für 1 Jahr sperren lassen). Das hätte eigentlich vor Anfang der Arbeit geklärt werden sollen, auf sowas sollte man achten, einfach bei der Firma vor Start nachfragen, dann verläuft das hoffentlich stressfrei. Und wie schon erwähnt könnte es sein dass die Firma es gerne hätte dass die Arbeit für x Jahre gesperrt wird, soll dazu dienen dass die Firma nicht ihren Vorteil gegenüber der Konkurrenz verliert. Wenn ich das noch richtig im Kopf hab, dann is 1 Jahr kein Problem, ab 2 Jahre muss man eine Begründung abgeben, max is 5 Jahre.

FelixW
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Re: Externe Projektarbeiten

Beitragvon FelixW » 26.01.2018, 01:34

Danke für die ausführliche Antwort!:-)


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